Die AC/DC Fantreffen Story 1997

It`s a long Way to Trebur... Hey Leute ! Wie sich das für `nen echten "Daily Dirter" gehört, schildere ich an dieser Stelle mal meine Eindrücke zum Ereignis des Jahres `97, dem 4. Internationalen Fantreffen in Trebur. Und um mich beim Thomas wieder richtig beliebt zu machen, tue ich das mal in recht ausführlicher Art und Weise, damit DAILY DIRT Nr.17, in dem diese Stoty ebenfalls erscheinen wird, `wieder anständig fett wird, (smile).

So ein Meeting beginnt ja bekanntlich im Kopf, mit allen Vorbereitungen und einer anständigen Portion an Nervosität und Vorfreude.
Bereits im August räumte ich alle Zweifel bezüglich der Hin.-u.-Rückfahrt aus dem Weg, indem ich kurzerhand einen 9-Sitzer Transit anmietete, um die Fahrt mit einigen Chaoten zu genießen. Zudem hatten ich und mein Schwager Thorsten uns fest vorgenommen, das Meeting komplett auf Video mitzuschneiden, was den Vorbereitungs-Streß-Faktor noch um einiges erhöhte. Unsere "Fahrgemeinschaft" bestand folglich aus nachgenannten Personen:
-meine Erhabenheit, mein Schwager Thorsten, (auf dieser Fahrt "The Edge" getauft), Peter "Rexpils" Schuhmann, Christian Kamin, Andi Völsch, "Kampftrinker" Raimund Engelhard mit seinem Bierholer "Helge", Hagen Melde aus Cottbus sowie dem Frank "Bettlaken-Künstler" Seidlitz.
Diese illustre Mischung aus Säufern, Chaoten, Kettenrauchern und ruhigen Zeitgenossen, erwies sich im nachhinein als äußerst ausgewogen.

Die Beteiligten dieses Horrortrips fanden sich am 19.09.97 gegen 9.00 Uhr in meiner Berliner "Residenz" ein. Erstes Reiseziel war das nahegelegene Potsdam, wo wir Raimund, Helge und den Peter Schuhmann aufgabeln sollten. Als dann das "Potsdamer Begrüßungsgeknutsche" vollzogen war, gings endlich richtig los, Ziel: Die heiligen Vinyl-Hallen des Rene`Wölfel in Karlsruhe. Während der Fahrt outete sich mein Schwager vorsichtig als U2 - Anhänger, was ihm sofort den Spitznamen "The Edge" einbrachte. Die "sieben Watt" - Audioanlage des Busses wurde fortan mit Tapes unterschiedlichster Qualität an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit gebracht. Von ein paar obligaten Pinkelpausen, Sticheleien und den üblichen Blähungen einiger Mitfahrer abgesehen, verlief die Fahrt ohne besondere Zwischenfälle.
Gegen 20.00 Uhr zogen wir dann lautstark in die Karlsruher Boekhstraße ein. Nachdem jeder sein wohlverdientes Bier in den Griffeln hatte, ging die allseits bekannte "Grabscherei" an Rene`s Sammlung los. Zwei unserer Mitfahrer bekamen angesichts des Sammlungsumfanges eine merkliche "Dauer-Erektion", (ging wohl jedem so ähnlich der erstmals in Meister Wölfel`s wohlsortiertem Vinyl - Regal wühlte).
Gegen 21.00 Uhr stieß der Schwarzwälder Baumstamm Thomas Bruder in die Gesellschaft und als die Getränkepalette mit Korn angereichert wurde, stieg der Simmungspegel gewaltig . Nachdem dann wiedermal der Pizza-Dienst in Anspruch genommen wurde, gings auf vielfachen Wunsch in die Pinte . Leider gibt es dort keinen Dart-Automaten mehr, sodaß der Rene` diesmal ungeschoren davonkam, (griens). Bis 2.00 Uhr (Sendeschluß) , wurde in der Pinte gesoffen, Schach gespielt und die Kellnerin gescheucht .
Wieder in Rene`s Höhle zurückgekehrt, wurden dann die seltensten Acetate gequält. Jeder hatte durch die Müdigkeit und diverse Getränke seine Gesichtslähmung weg. Doch damit nicht genug, damit das "Vollkoma" wirklich perfekt wurde, zauberte Herr Wölfel seine berühmte "Keksdose" mit rauchbaren Kräutern hervor. Christian Kamin brachte es gar fertig eine Monster-Tüte zu basteln, welche wohl in der Lage gewesen wäre, halb Karlsruhe in Trance zu versetzen. Wäre Rene` nicht rechtzeitig eingeschritten, wären da wohl so um die 200 Märker verpufft. Beleidigt verkleinerte Herr Kamin sein Wunderwerk und verschwand damit auf`s Klo. Nach ca. 30 Minuten tauchte er dann sichtlich bereichert wieder auf. Von nun an beschränkten sich seine verbalen Ergüsse auf "philosophisch wertvolle" Aussagen. Es muß dann so um 04.00 Uhr gewesen sein, als die Rangelei um die Schlafplätze losging. Rene`und Christian beschlossen (in ihrem Zustand !!!) in der Küche Schach zu spielen. Der Fußmarsch von ca. 6 Meter in die Küche gestaltete sich jedoch für die beiden als recht mühselig. Die "ich falle..., halt mich fest..., hilf mir mal hoch"-Szenerie sorgte für nächtliche Lachkrämpfe.
Gegen 05.00 Uhr übermannte dann die meisten der Schlaf.
Nach kurzem Abnicken bimmelte uns der Achim Bonenschäfer um halbneun aus unseren erotischen Träumen. Plattenbörse in KA war angesagt ! Unser Christian kam auch zu sich und konnte sich gar noch an einen Sieg beim nächtlichen Schachturnier erinnern. Die Plattenbörse brachte natürlich recht wenig zu Tage, (einige mußten sich regelrecht an den Plattenkisten festhalten um nicht umzufallen ) !
AUF NACH TREBUR.....!

Nachdem ich den tiefschlafenden Mr. Wölfel an jeder Ausfahrt mit den Worten : " muß ich hier irgendwo raus...???" wecken mußte, kamen wir um ca. 14.00 Uhr an der Treburer Turnhalle an. Viel war noch nicht los und nachdem es mir nicht gelang Herrn Schade einen "Knutschfleck" zu machen, entschlossen wir uns erstmal etwas essen zu gehen. Mit köstlichen Rahmschnitzeln in der Wanne gings zurück zur Halle. Der Frank Seidlitz bekam schon Schweißausbrüche , mußte er doch noch sein "Monster-Banner" in der Halle aufhängen. Ich und "The Edge" kümmerten uns um die Verkabelung unserer Video-Anlage, unter Zuhilfenahme diverser Aschenbecher und kilometerweise Klebeband, wurde alles erdbebenfest gemacht.
Endlich fand ich dann mal `n paar Minuten um bekannte Gesichter zu begrüßen. Leider blieb`s bei den paar Minuten, denn später war ich dann nur noch am filmen. Torsten Kempka bekam sein heiß ersehntes "Riff-Maker T-Shirt" überreicht, was ihm einen deutlich erkennbaren "Gesichts-Orgasmus" bescherte, (griens).
Thomas Schade begrüßte dann via Mikro die angespannte Meute mit einer passablen Ansprache. Von da an klebte mein Auge nur noch am Sucher der Kamera. Der offizielle "schüttel dein Haar"-Teil wurde dann zünftig und druckvoll von BAROCK aus Fürth eröffnet. Neben "Thunderstruck" , "Fire your Guns" und "Jailbreak" , konnten die Jungs besonders mit der Coverversion von "Hail Caesar" überzeugen. Der Rhythmus-Klampfer verblüffte mit authentischer "Malcolm-Optik", wozu sicherlich die Original-Gretsch-Firebird beitrug. Aber auch seine Haarpracht und seine Bühnen-Bewegungen ließen Herrn Kempka sicherlich nochmals ejakulieren. Walter Tomasi behauptete ein weiteres Mal seine Vormachtstellung in der Garde der "Ersatz-Angus`". Vom musikalisch/spieltechnischen her, die überzeugendste Leistung des Abends.
Während BAROCK "Who made Who" in die Menge pumpte, wurde die Angus-Double-Show durchgezogen. Wer gewonnen hat ??? Blöde Frage, der Fritz hat`s halt einfach drauf, da gibts auf absehbare Zeit kein rankommen denke ich. Jedoch zolle ich auch den anderen Teilnehmern meine Hochachtung, da gehört schon einiges an Courage dazu sich da halbwegs zu entblößen.

Nach den AC/DC - typischen Zugaben "Highway to Hell" & "For those about to Rock" konnte man dann seine Nackenmuskulatur erstmal wieder ein bischen lockern und smalltalken. Nun konnte man auch einige "Preissüchtige" Rätselfreunde mit den Fragebögen des AC/DC-Quiz rumwuseln sehen, wobei schamlos auf die Antwortbögen des Nebenmannes geäugelt wurde. Das Photo-Quiz wurde unter Kommentaren von Thomas auf der Leinwand gestartet. Fazit : ebenfalls gelungen !!!
Bei der späteren Gesamtauswertung des Quiz wurde übrigens Rafael Wieschollek aus Steinhagen zum Mr. AC/DC erkoren, der sich daraufhin mit breitem Grinsen den heimlichen Hauptpreis, die Boot-LP "No Afraid..." unter den Nagel riß.
Irgendwann konnte man sich dann noch `ne "Mafia-Torte" reinzwängen um die bereits im Magen schwimmenden Hektoliter Bier aufzusaugen.
Gestärkt und aufgestoßen wartete man dann auf SIN CITY . Nach den pyrotechnisch untermalten Eingangstakten von "Who made Who" gabs dann kein Halten mehr. Obwohl man das Intro des Namenspartonen "Sin City" ein bischen vergeigt hatte, versprühte die Band echt gute Laune und Spielfreude. Ein Klassiker nach dem anderen wurde runtergebrettert, besondere Erwähnung sollte hier der dargebotene Song "Boogie Man" finden. Die Stimmung erreichte dann ihren Höhepunkt, als "Joker" Eule Seiler die Bühne enterte und mit gitarrentechnischen und körperlichen Verrücktheiten den Saal regelrecht aufmischte.

Nach erneuter Umbauphase sollte jedoch das "Dicke Ende" erst noch kommen. BIG BALLS aus Rödinghausen eröffneten das Finale mit einem eindrucksvollen "Live Wire" . Aber was dann noch folgte war der pure Wahnsinn. "What`s next to the Moon" !!!, "Carry me Home"!!!, "Gone Shootin`"!!!...... Da blieben wahrlich keine Fragen offen ! Mal ehrlich, wenn man seine Augen schloß bekam man echt `ne Gänsehaut. "Bon is back" ?!? Der Sänger "Chicken" ließ einfach Träume wahr werden, (sein Stage-acting und seine Frisur erinnerte mich zwar `n bißchen an "Prodigy", smile), aber Scheiß drauf , Note: 1+ !!!
(Hey Chicken, kommt mal auf `n Gig nach Berlin ins Halford !!!).
Die alkoholisierte Masse sog jeden Song völlig auf und nachdem Herr Schade seiner Furcht vor Handschellen nachgab und die Jungs gegen 1 Uhr um etwas Eile bat, gab man nochmal richtig Gas ! Die unbestrittene Krönung des Abends (oder der Nacht) , hieß ohne Zweifel "Fling Thing" !!!
Die Halle bebte, jeder gab sein letztes. Die schottischen Klänge als Salut der ca. 450 anwesenden Fan`s an die Wurzeln der Gebrüder Young und vor allem Bon Scott.
Boahh, goile Paady wa ???

Fazit: Ein unvergesslicher Abend .

Gott sei Dank konnte ich meine Kamera noch rechtzeitig vor dem Verglühen ausschalten. Das altbekannte Pfeifen in den Ohren machte sich breit und die rauh-gebrüllte Kehle verlangte nach Flüssigkeit. Man brauchte wohl `ne Weile um wieder auf normalen Blutdruck zu kommen. Nun wäre nochmals die Chance zum quatschen dagewesen, aber die meisten bekamen kaum mehr einen Ton raus und andere lallten nur noch vor sich hin.
Als der Besentrupp unaufhaltsam seine Arbeit begann, tat sich langsam die Frage nach einer kuscheligen Schlafgelegenheit auf. Mit After-Show - Party war wohl nix und so beschlossen sechs bekloppte , sich in den völlig unterkühlten Bus zu zwängen. Mit übelsten Verrenkungen und Stellungen die man eher aus dem Beate Uhse-Katalog kennt , versuchte man sich in den Schlaf zu wiegen. Um es abzukürzen: fast keiner hat ein Auge zumachen können, immer wenn man kurz vor`m einnicken war kam irgendein Spruch: "so kann ich nicht pennen...,man is das kalt..., ich muß noch mal pinkeln..., geh runter von mir du Sau...., usw.
Nachdem man so die Zeit bis 7.00 Uhr totschlug, gab man dann auf. Was nun ??? HUNGER !!!
So eierten wir völlig gerädert durch Trebur, in der Hoffnung, ein warmes Plätzchen und ein gutes Frühstück zu erhaschen.
In Trebur ein sinnloses Unterfangen. Eine freundliche Bäuerin (?) riet uns nach Rüsselsheim zu Mc Donald zu fahren. Auf dem dortigen Parkplatz angekommen stellten wir mit Entsetzen fest, daß unser rechter Hinterreifen immer breiter wurde und genüsslich vor sich hin pfiff. Anscheinend hatten wir `n paar Glasscherben übersehen. Nach diesem "etwas anderen Frühstück" machten wir uns also an den Reifenwechsel, ( scheiß Ford-Patent) ! Die Stimmung war "Down Under". Wieder an der Treburer Turnhalle angekommen um unsere restlichen Mitfahrer einzuladen, bemerkten wir einen etwas unvorschriftsmäßig geparkten PKW vor der Halle. Das Innenleben: unser "harter Brackenheimer" in eine Wolldecke gehüllt. Schnell war klar, wie wir die Leiche wiederbeleben konnten. Leise schlichen wir uns an das Gefährt und machten zu sechst einen "Stoßdämpfertest". Leute, das hätte ihr sehen sollen, in Sekundenbruchteilen schnellte Herr Stock unter seiner Decke hervor, (er muß wohl gedacht haben, er wird auf `nen Abschlepper gehievt). Als er die Lage erfaßte, mußten wir uns übelste Beschimpfungen und Gesten gefallen lassen. Man versöhnte sich dann jedoch in der Turnhallen-Gaststube bei einem Abschiedstrunk.
Die übrigen Mitfahrer fanden sich dann auch noch ein und ab gings Richtung Heimat. Irgendwie hatte keiner mehr Bock auf laute AC`-Tapes und so herrschte die meiste Zeit der Fahrt betretenes Schweigen oder unerträgliches Schnarchen. Auf einer riesigen Raststätte bei Eisenach hatten wir dann noch ein echt abgefahrenes Erlebnis. Mitten auf dem Parkplatz fand unser guter Helge eine..., (ich weiß gar nicht wie ich das jetzt hier nennen soll), ich sag mal eine "batteriebetriebene Imitation eines weiblichen Körperteils unterhalb des Bauchnabels". Helge kam ganz aufgeregt mit dem Ding zum Bus gelaufen mit den Worten : "darf ich das haben" ? Als sichtbar wurde, daß das Ding offensichtlich benutzt bzw. voll war (äärrrks!), war mein Schwager dann geneigt, die nahegelegenen Büsche mit Flug-Pizza zu garnieren.
Helge mußten wir dann noch überzeugen sich die Hände zu waschen. Unseren "Findling" stellten wir mitten auf der Ausfahrtspur auf, wo er dann von zwei interessierten Damen aufgelesen und mitgenommen wurde, (viel Spaß und guten Appetit Lady`s) !!!
Einige Lacher später rollten wir in Potsdam ein, wo wir den Raimund, den Helge, Peter Schuhmann, den Hagen Melde und den Frank Seidlitz verabschiedeten, da sie nun auf andere Verkehrsmittel umstiegen. Meine letzten Erinnerungen waren dann eine heiße Badewanne, ein gutes Abendbrot und mein weiches Bettchen.

So, was noch bleibt sind in jedem Fall Grüße an alle Organisatoren, -allen voran natürlich Thomas Schade-, den Jugendverein Trebur, den hörgeschädigten Treburer Anwohnern, den Sponsoren und an alle die ihren Teil beitrugen. Dank natürlich auch den Bands, die uns echt begeistert haben.
Bleibt zu hoffen, daß uns AC/DC bald wieder persönlich beehren, sodaß wir unseren Astheimer recht bald zu neuen Schandtaten überreden können.

Bis dann...

- Detlef Kamin, Berlin -