Das 3. Internationale Fantreffen in Geiselwind– internationaler denn je
Bis auf einige wenige Diskussionen, viele davon „Off-Topic“, war es in unserem ecircle in den letzten Monaten doch oft sehr ruhig. Nicht so in den Wochen, insbesondere den Tagen vor dem 19./20. Oktober: Die Vorfreude auf das Internationale Fantreffen in Geiselwind, das dritte an diesem Ort, stieg von Tag zu Tag, entsprechend auch der Mail-Verkehr. Gepusht wurde die Vorfreude vom Orga-Team, das uns auf das bis dato internationalste aller Fantreffen vorbereitete…

Es fühlte sich irgendwie unwirklich an: Da war ich wirklich schon wieder auf dem Weg nach Geiselwind. War es nicht erst gestern, als das letzte Treffen zu Ende ging? Wie dem auch sei. Leider musste ich die Reise, wieder einmal, ohne meinen Freund Dalton antreten. Dieses Mal war es nur ein gebrochener Arm nach einem Fahrradsturz. Beim letzten Mal konnte er die Reise nicht antreten, da die Nase nicht mehr ganz war nach einem Frontalcrash mit eben diesem Fahrrad auf ein parkendes Auto. Schade, lieber Uwe, denn Du hast etwas verpasst!!!
Leider kam ich etwas später in Geiselwind an, denn die Brötchen müssen verdient werden. Nach kurzem Einchecken in die Pension ging es schnellstens Richtung Eventhalle: Mann, war der Kilometer Fußweg lang! Tja, und dann war sie wieder da, die große Familie. Etliche Hände geschüttelt, bekannte Gesichter gesehen und sich einfach gefreut, sich wiederzusehen! Ganz besonders habe ich mich über meine beiden Freunde aus Graz gefreut, die wieder einmal den weiten Weg aus Österreich auf sich genommen haben. Leider konnte uns der sagenhafte AC/DC-Truck, der im letzten Jahr für Furore sorgte, in diesem Jahr nicht beehren, da er zur selben Zeit in Osteuropa unterwegs war. Dafür allerdings, wohl auch als Zeichen des mittlerweile größeren Bekanntheitsgrades des Fantreffens zu deuten, stand vor dem Eingang ein anderer „Truck“: Das „AC/DC-Bier-Mobil“. Aus diesem wurden wir vor der Halle mit knapp 0,6 Liter-Dosen Karlsberg-Pils (nicht zu verwechseln mit Carlsberg aus Dänemark)“ verwöhnt“. Dazu später mehr…
Dummerweise bin ich viiieeeel zu spät in die Halle gegangen. Ich durfte mir leider nur auf Fotos ansehen, was ich verpasst hatte: Ein wahres Airbrush-Kunstwerk auf dem Körper einer jungen Blondine. Wirklich geil, was da als Body-Paint auf den schlanken Körper gezaubert wurde: Auf der Back-Ansicht eine Art Highway to Hell-Cover in schwarz/weiß, auf dem nicht weniger schön anzusehenden Vorderteil eine unter Strom stehende Powerfrau.

Neben der heißen Blondine habe ich leider auch den Beginn der ersten Band verpasst. Ich persönlich habe Spellbound bisher noch nicht gesehen: Meine Fresse, haben die Jungs gerockt. Aber der Reihe nach…Zunächst können wir alle froh sein, dass die Band überhaupt aufgetreten ist. Eine Woche vor dem Fantreffen bekam das Orga-Team eine Hiobsbotschaft: Der Lead-Gitarrist von Spellbound fällt aus! Tja, und was ist eine gute Fan-Gemeinde nicht ohne einen guten Gitarristen in ihren Reihen, der mal eben einspringen kann. Und so kam es, dass der Walter Tomasi von AM/FM kurzfristig Bandmitglied wurde und Spellbound sowie vor allem dem Orga-Team den Arsch und nicht zuletzt uns den Abend rettete!
Ich weiß nicht, wie viele Coverbands ich bisher schon gesehen habe: 10, 11? Keine Ahnung. Aber, alter Schwede: Waren die brachial! Spellbound haben gerockt, dass fast die Decke runter kam! Neben der krass geilen Setlist (29 (!) Titel) war die Mucke nicht nur zu hören, sondern auch zu spüren. Nur die Kanonenschläge bei "For those about to Rock" passten nicht so recht ins Bild: Wo man aufgrund jeglicher Druck- und Schallwellen sprichwörtlich vom Hocker gefallen ist, klangen die Kanonenschüsse eher wie Schüssschen. Aber ich denke mal, wir leiden hier auf hohem Niveau…
Neben der ganzen Band hat mir vor allem der Brian gefallen, der mich neben seiner Stimme auch vor allem mit seiner originalgetreuen Gestik und Mimik voll überzeugte. Aber ganz besonders muss an dieser Stelle wohl die gute Abstimmung zwischen Band und Lead-Gitarrist betont werden. Im Leben nicht hätte nur irgendjemand denken können, dass hier der Stammgitarrist fehlte…
Hier die bereits erwähnte unglaubliche Setlist, die außer der Jailbreak und der Dirty Deeds durch sämtliche Alben ging:

1. "What’s next to the Moon"
2. "Hell ain't a bad Place to be"
3. "Back in Black"

4. "Shoot to Thrill"
5. "Fire your Guns"
6. "Stiff upper Lip"
7. "Rock’n’Roll Damnation"
8. "If you want Blood"
9. "Bad Boy Boogie"
10. "The Jack"
11. "Ballbreaker"
12. "Safe in New York City"
13. "Hells Bells"
14. "Thats the Way I wanna Rock’n’Roll"
15. "Sink the Pink"
16. "War Machine"
17. "You shook me all Night long"
18. "T.N.T."
19. "Who made Who"
20. "Big Jack"
21. "Sin City"
22. "Flick of the Switch"
23. "Highway to Hell"
24. "Let there be Rock"
25. "For those about to Rock"

Zugabe:
26. "High Voltage"
27. "Rock’n’Roll Train"

Zuzugabe
28. "Thunderstruck"
29. "Whole lotta Rosie"

Man kann getrost sagen, Spellbound haben wahrlich positiv überrascht. Es ist immer wieder unglaublich, welche Perlen sich unter der großen Armada an Coverbands finden lässt. Ein Indiz auch dafür, wie schwer es die vielen sich bewerbenden Bands jedes Jahr haben, sich unter den vielen Bewerbungen durchzusetzen, um hier in Geiselwind auftreten zu dürfen: Allein für dieses Jahr hatten sich 26 Bands beworben!
Ein großer Auftakt für ein großes Wochenende! Nun konnte wieder die Theke geentert werden und die Zeit für Fachsimpeleien genutzt werden. Wobei die Theke mit zunehmender Zeit mehr und mehr vernachlässigt wurde, denn nicht alles Bier, wo AC/DC drauf steht, schmeckt auch so gut, wie sich AC/DC anhört. Ich möchte das nicht in der Breite ausführen, allerdings dennoch meine kritische Meinung kundtun: Es wurde bereits zuvor kontrovers über die, nennen wir es mal „Merchandisierung“, in unserem Internetverteiler, dem mittlerweile doch schon legendären ecircle, diskutiert. Sind wir mal ganz ehrlich: Kein Schwein braucht einen AC/DC-Wein oder ein AC/DC-Bier. Und ich persönlich würde mir - wenn überhaupt – lieber FC-Bettwäsche mit Hennes dem VIII. kaufen (Nicht falsch verstehen, ich bin ein großer Anhänger von unserem Geißbock!!!), als bei Penny AC/DC-Bettwäsche, nen Kuli oder eine Zahnbürste mit passender AC/DC-Zahnpasta!!! Zudem, und ich hab` mich mit einigen unterhalten, wäre ich einer von vielen gewesen, die ihr Pils vom Strohofer gegenüber geholt hätten, hätte es am nächsten Tag wie an diesem ausschließlich AC/DC-Bier in (0,568-Liter-) Dosen gegeben: Wer stößt schon gerne ein ganzes Wochenende mit überdimensional großen Bierdosen an… Aber unsere trockenen Kehlen wurden an Tag 2 mit frisch Gezapftem verwöhnt!
Stunden später, es dürfte so gegen 4 Uhr gewesen sein, fanden die Ösis und ich uns irgendwann drüben beim Strohofer wieder, bei gutem, gezapftem Pils und noch besserem Essen. Gott, hab ich mich geärgert, dass ich zuvor den Schweinefraß einer Fast-Food-Kette gegessen habe, weil ich vergessen habe, dass der Laden hier nicht nur rund um die Uhr geöffnet hat, sondern dass es das unfassbar gute Essen auch zu mehr als fairen Preis gibt. Zu uns gesellten sich noch der Gretsch-Bearbeiter von Spellbound sowie deren Aufpasser. Als ich dann gegen viertel nach sechs dachte, ich könnte dann doch mal in die Kiste gehen, wurde ich Weichei glücklicherweise noch knochentrocken von diesem aufgeklärt, schlafen könne ich lang genug, wenn ich tot sei.“ Recht hat er!
Entsprechend spät kam ich am nächsten Morgen aus den Federn. Meine erste Amtshandlung war, natürlich, der Griff Richtung Chemiekeule – wie unerwartet! Ratzfatz den Grint vom Körper gespült, kurz fit gemacht, wenn man das so sagen kann, und dann ab zum „Frühstück“: Verdammt, ich hab‘ mich ein Jahr lang auf das Trucker-Frühstück gefreut!!! Dort traf ich dann die Fraktion aus dem Saarland an, die bereits die ersten Konter-Bier heruntergespült hatten. Mein Körper unterdessen schrie nach Spiegelei, Rostbratwürstchen und gebratenem Speck – und nem ordentlich Pott Kaffee!!! (@Thomas: Das nxt Mal mach ich ein Foto Smiley ) Als Nachtisch gab es dann ein kühles Blondes!
Gestärkt bis in den späten Abend ging es dann wieder rüber zum Ort des Geschehens. In diesem Jahr fand die Sammlerbörse nicht wie im letzten Jahr in der kleineren Halle quasi auf der linken Seite des Flurs statt, sondern in der großen Eventhalle. Das Orga-Team, was wieder einmal, das muss ich an dieser Stelle wirklich hervorheben, erstklassige Arbeit geleistet hat, hat nach dem letztjährigen Fantreffen die Gemeinde im großen Stil um konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge gebeten. Der Verzicht auf die zweite Halle ist sicher ein Resultat zahlreicher E-Mails, die vor einem Jahr die Postfächer des 13-köpfigen Teams fluteten. Er wirkte sich nicht nur positiv auf die Atmosphäre aus, die Halle hat sich für mich sogar als absolut entbehrlich herausgestellt. Zudem verläuft sich die Veranstaltung nicht über Maß und Leute, die sich in der einen Halle aufhalten, verpassen keine Dinge mehr, die in der benachbarten Halle stattfinden.
Neben unzähligen Raritäten auf dem Sammlermarkt, auf dem ich mich dieses Jahr zurückgehalten habe, wurden auch in diesem Jahr wieder einige Kuchenspenden aufgefahren, sogar ein Rock’n’Roll-Train hat seinen Weg in die heiligen Hallen von Geiselwind gefunden! Wobei mir Rosie vom letzten Jahr lieber war ;-) Eine nette Idee hatte auch Uns-„Fuck-You-Hubert“ (Wahrscheinlich weiß es die Mehrheit nicht: Der (Bei-) Name ist sozusagen bald schon ein Relikt aus alten Zeiten, Berlin wird sich erinnern. Hubert regte sich an einem schönen Sommermorgen im Jahre 2003 im Beisein zahlreicher AC/DC-Fans göttlich darüber auf, dass sich am frühen Morgen wenige Stunden vor Toreöffnung nicht einmal 100 Leute einfanden, die ein Ticket des mehr oder weniger Geheimkonzertes in der Columbiahalle für den 9. Juni ergattern wollten. Wir standen die ganze Nacht über an, wurden am Morgen dann von einem „übernächtigten“ Hubert freundlich darüber informiert, was er von den langweiligen Berlinern hält (In München für das legendäre Krone-Konzert standen sie morgens bis zum Hbf Schlange!!!): Hubert wird sich demnächst wieder einmal nach Australien zu Bons Grab auf machen. Er legte ein großes Transparent aus, auf dem jeder unterschreiben und dafür einen Euro in die Kasse zahlen konnte. Im Gegenzug wird das Grab demnächst um einen großen Blumenstrauß reicher und schöner, nebst dem großen Transparent mit zahlreichen Unterschriften vieler großer Anhänger.
Wie zuvor bereits erwähnt: Es gab wieder Bier, wobei die Betonung auf „Bier“ liegt: Die Theke konnte wieder als Treffpunkt genutzt werden, wo man sich auch wieder die Klamotten nass und schmutzig machen konnte, weil sie, so wie es sich gehört, vor (gezapftem) Pils trieft. In aller Ruhe konnte so nun die etwas ruhigere Phase genutzt werden, alte Gesichter (wieder-) zu sehen, sich auszutauschen, Kontakte neu zu knüpfen oder zu vertiefen. In Zeiten, wo wieder einmal Gerüchte über etwaige Touren oder neue Alben die Runde machen und das Warten auch schon wieder mehr als vier Jahre andauert, ist man immer wieder über neue, heiße Tipps neuer Bands dankbar.
Aber zu viel Ruhe ist auch nicht gut, daher wurden nach der Börse all diejenigen auf die Bühne gerufen, die „etwas zu bieten“ hatten: Ein Tattoo-Wettbewerb. Es müssen an die 10-12 Maniacs gewesen sein, die uns ihre zum Teil prachtvollen Kunstwerke offenbarten. Ich für meinen Geschmack hätte natürlich Tomas mikroskopisch kleines Tattoo auf seinem männlich aufgepumpten Oberarm gewählt, hoch verdient gewonnen hat letztlich die Melanie (Foto?). Gefreut hat mich, dass ich ebenfalls auf der Bühne einen Fan aus Norwegen wiedererkennen konnte, der nach 2011 zum zweiten Mal den weiten Weg nach Mittelfranken gefunden hat. Ist das nicht geil?
Nun war es allmählich aber wieder Zeit, zum Wesentlichen zu kommen: Rock’n’Roll!!! Tja, und da sie im letzten Jahr nicht nur überzeugt, sondern mit Ihrer Spielkunst und Passion begeistert hat, hat unsere „Little Miss Angus“ wieder den weiten Weg aus Sachsen auf sich genommen, um uns allen ein ordentliches Vorprogramm zu bieten. Um das – für mich und wohl einige andere – Highlight des Abends einzuläuten…
Alexa, mittlerweile 16 geworden, hat mit uns Männern eines gemeinsam: Sie ist wie Whiskey. Sie wird mit dem Alter immer besser! Welche Frau hört so etwas schon Ich war im letzten Jahr begeistert und war es auch dieses Mal, wie sie da oben mit Ihrer Gibson so richtig Gas gab. Na ja, und ebenfalls wie im letzten Jahr musste ich schmunzeln, als Thomas dann irgendwann charmant versucht hat, die Bühne für eine großartige Band aus der Hauptstadt frei zu machen: Alexia hat ihren Auftritt sichtlich genossen, mit Recht! Meinetwegen kann sie im nächsten Jahr wiederkommen, noch ein wenig besser – wie ein Whiskey eben…
Eigentlich waren für den kommenden Act fünf andere Jungs eingeplant, die sich mehr als nur auf ihren Auftritt gefreut haben. Aber welche Band tut das nicht, vor so einer geilen Kulisse als Fan vor Fans zu spielen?!? Leider erhielt das leid- und kampferprobte Orga-Team zwei, noch einmal zum Mitschreiben: ZWEI Tage vor dem Fantreffen eine Horror-Botschaft aus Fulda: FA/KE kann nicht auftreten! Martin, der Sänger von FA/KE, lag leider Gottes mit einer Lungenentzündung, mit der sicher nicht zu spaßen ist, flach. Da nun mittlerweile mit Online-Stellung dieses Berichtes (leider) einige Wochen vergangen sind und der gute Martin genesen sein sollte, dennoch rockige Grüße an dieser Stelle: Wir sehen uns im nächsten Jahr!
Ähnlich wie bei Spellbound können wir uns alle glücklich schätzen, dass sich in noch kürzerer Zeit nicht nur ein neuer Gitarrist finden ließ, sondern gleich eine ganze Band! BON ist allen bekannt, die nicht nur im letzten Jahr beim 2. Internationalen Fantreffen dabei waren, sondern bereits beim letzten Deutschland-Gig der Black Ice-Tour im Jahr 2010 in Berlin, als BON auf dem damaligen „kleinen Fantreffen“ einen Tag vor dem Konzert im Olympiastadion (Es waren immerhin mehr als 100 Fans dabei, auch Malcolms Sohn beehrte uns auf ein Bier) gespielt haben.
Mit "Live Wire", dem für mich geilsten Opener der AC/DC-Band-Geschichte, eröffneten BON das Fest (Was ein Wortspiel Smiley )! Und dieser Auftritt ist für mich einer der Gründe, warum das 3. Internationale Fantreffen in Geiselwind das bisher beste gewesen ist. Ein Konzert, gleich von welcher Band, gefällt mir mitunter am besten, wenn ich merke, dass auch die Band Bock hat. Heute in unserer mega kommerziellen Welt leider nicht mehr selbstverständlich. Und BON hatte Bock, und wie. Gott, war das ein geiler Auftritt. Die Show war gespickt von Höhepunkten: Die Setlist bestand so gut wie ausschließlich aus Perlen, von denen außer „Let there be Rock“ nur noch selten welche auf der großen Rock’n’Roll-Bühne von Angus & Co. gespielt werden. Von „Touch too much“ über „What’s next to the Moon“ und „Gone shootin” bis zu “Nightprowler”, an dessen Ende unser Thomas wieder einmal das letzte Wort hatte… Auch ein Lob an dieser Stelle, dass das nervige Highway to Hell sowie T.N.T. weggefallen sind. Da zeigt sich: Der Mainstream ist hier in Geiselwind garantiert nicht zu Hause!!!

Der Vollständigkeit halber, hier die sagenhafte Setlist:

1. "Live Wire"
2. "Shot down in Flames"
3. "Overdose"
4. "Love at first Feel"
5. "Gimme a Bullet"
6. "What’s next to the Moon"
7. "Night Prowler"
8. "Walk all over you"
9. "Baby please don't go"
10. "Touch too much"
11. "Bad Boy Boogie"
12. "Gone shootin"
13. "Rock’n‘Roll Damnation"
14. "Can I sit next to you Girl"
15. "If you want Blood"
16. "Dirty Deeds done dirt cheap"
17. "High Voltage"
18. "Up to my Neck in you"
19. "Let there be Rock"

Zugabe:
20. "Fling Thing" / "Rocker"

Im Anschluss an Bon, die spätestens nach diesem Abend auf meiner persönlichen Liste ganz oben stehen, erfuhren wir eine weitere Aufwertung des Programms, ganz besonders aus männlicher Sicht: Wir sollten weiblichen Besuch bekommen. Mit Teufelshörnern auf ihren blonden Mähnen, weißen Hemden über ihren prallen Brüsten und engen, schwarzen Hosen, die eher als Höschen zu bezeichnen sind, haben uns die beiden Blondinen ganz schön eingeheizt. Und zu unser aller Freude, davon gehe ich jetzt einfach mal aus, nahmen sich die beiden sogar Zeit für zwei Songs. Spätestens als die Hüllen bis auf sehr weniges komplett fielen und die beiden mit ihren Wasserspielchen begannen, stieg die Raumtemperatur doch deutlich an…Ich habe nach der Show wider Erwarten dann außer den Männern keine weiblichen Gäste mehr gesehen, die sich mit den beiden Stripperinnen haben fotografieren ließen. Was mich persönlich angeht: Das war schon eine geile Show, doch gehöre ich zu denen, die eher auf naturbelassene Rundungen stehen. Die wackeln wenigstens hin und wieder…
Nun war es aber an der Zeit, sich abzukühlen, also ging es wieder an die Theke. Die Gespräche wurden mittlerweile beschwerlicher, fast zwei harte Tage voller Rock’n’Roll, wenig Schlaf und einem mittlerweile wieder gewohnt hohen Alkoholpegel lagen so gut wie hinter uns. Das Reden wurde glücklicherweise dann von Hubert übernommen, der traditionell die Verleihung der Organisation der Tombola und die Verleihung der Preise übernahm. Es würde auch etwas fehlen, wenn Uns-Hubert das nicht machen würde… Es gab schon den ein oder anderen Preis, bei dem einem schon das Wasser im Munde zusammen gelaufen ist. Ich jedenfalls hätte zum von Chris Slade und seiner Band CS/SC – Chris Slade Steel Circle - signierten Schlagzeugfell nicht nein gesagt, sicher nicht!
Bei der nächsten Band lief Gott sei Dank im Vorfeld alles glatt. AC/DX., die „x-te“ Cover Band, kannte wohl kaum jemand. Für die Jungs aus der Oberpfalz war es im Vergleich zu den Berliner Jungs von BON fast ein Heimspiel. Im letzten Jahr haben die Jungs von High Voltage, der damals großen Unbekannten, das Haus gerockt und begeistert. In diesem Jahr, nach zwei richtigen Krachern vorweg, konnte mich die abschließende Band nicht ganz überzeugen. Für mich kam der Spirit nicht so recht rüber, irgendwas fehlte. Ich weiß zwar, dass die Jungs wahnsinnig aufgeregt und motiviert waren, dennoch haben sie mich nicht vom Sockel gehauen. Ich habe hier und da einige Meinungen eingefangen, die mir meine Meinung bestätigten. Das ist aber alles subjektiv und soll die Leistung von AC/DX. nicht schmälern, die wie die meisten Cover Bands von AC/DC nicht schlecht waren und ordentlich gerockt haben. Außerdem ist es natürlich für jede Band außerordentlich schwer, nach einem Auftritt wie dem von BON sowie dem Kracher vom Vortag nachzulegen.
AC/DX. eröffneten ihren Gig mit dem für mich zweitbesten Opener aller Zeiten:

1. "Riff Raff"
2. "Girls got Rhythm"
3. "Stiff upper Lip"
4. "Shoot to Thrill"
5. "Dog eat Dog"
6. "Rock’n’ Roll ain’t noise Pollution"
7. "Big Gun"
8. "Gone Shootin"
9. "Jailbreak"
10. "Thunderstruck"
11. "Down Payment Blues"
12. "Night Prowler"
13. "Ballbreaker"
14. "War Machine"
15. "Beatin around the Bush"
16. "Hells Bells"
17. "Rock’n'Roll Train"
18. "Anything goes"
19. "Rocker"
20. "Who made Who
21. "Back in Black"
22. "Highway to Hell"

Zugabe:
23. "Shot down in Flames"
24. "You shook me all Night long"
25. "For those about to Rock"

Nun war also der musikalische Teil des Rock’n’Roll vorbei und es konnte zum für die meisten unter uns wichtigsten Teil übergegangen werden, weshalb sich man sich wieder in Geiselwind eingefunden hat: Bier trinken, bei guter Musik entspannt mit Gleichgesinnten plaudern, Neuigkeiten – nicht nur über unser aller Lieblingsband – austauschen und sich einfach pudelwohl fühlen in dieser geilen Fangemeinde, die für mich wie eine große Familie geworden ist! Bleibt mir schließlich noch wie in jedem Jahr, ein Fazit zu ziehen, und das fällt mir nicht schwer: WELTKLASSE!!! Ich wiederhole mich da sicher, doch es bleibt einem echt die Spucke weg, was da wieder auf die Beine gestellt worden ist. Und es gelingt doch immer wieder, noch einen drauf zu setzen. Ich persönlich fand das diesjährige Fantreffen um einiges entspannter, richtig portioniert, was die verschiedenen Aktionen anging und vor allem nicht mit Bands überfrachtet. Nach dem letzten Internationalen Fantreffen wurde unter anderem kritisiert, wenngleich auch im letzten Jahr alle begeistert waren, dass zu viele Bands gespielt haben und man nicht genug Zeit hatte, Gespräche zu vertiefen und dabei in Ruhe und mit Zeit entspannt das ein oder andere Pils zu schlürfen. Eine Band als Auftakt am Freitag, zwei für den Samstag, an dem erfahrungsgemäß mehr Leute kommen. Die meisten von uns müssen ja nun einmal arbeiten und wollen oder können die zum Teil sehr weite Anfahrt am Freitag nicht auf sich nehmen. Außerdem hat sich durch den Verzicht auf eine zweite Halle die Menge der über 500 Fans nicht wie im letzten Jahr so stark verlaufen, was sich insgesamt positiv auf die gesamte Stimmung und die Atmosphäre ausgewirkt hat. Eine Sache möchte ich dennoch kritisch anmerken: Ich denke, es findet sich bestimmt eine sehr große Anzahl unter uns, die den ein oder anderen Heiermann, gern auch ne Heierone springen lassen. Und da es den 5-Euroschein bald nicht mehr geben soll, werden sich sicher genug finden lassen, die einen Zehner locker machen würden. Locker machen dafür, dass wir nicht die an Blasphemie grenzenden Blechbehälter mit einer Plörre trinken müssen, die sich „AC/DC-Bier“ nennt. Meine Meinung, mit der ich mich aber auch hier wohl sicher in sehr, sehr guter Gesellschaft befinde.
Sicher das größte Kompliment für das Orga-Team und nicht zuletzt für die großartige Fangemeinde ist die Tatsache, dass das 3. Internationale Fantreffen in diesem Jahr das Wort „international“ auch wirklich verdient: Neben hunderten Fans aus Deutschland haben AC/DC-Verrückte aus 10 weiteren Ländern den Weg zu uns gefunden: Fans aus Österreich, der Schweiz, Norwegen, den Niederlanden, Griechenland, England, Dänemark, Belgien, Schottland sowie aus Russland waren zu Besuch. Und viele von diesen waren nicht zum ersten Mal in Geiselwind!
 Ein hartes, aber ein noch viel geileres Wochenende ging zu Ende. Nach einer sehr kurzen Nacht wurde unter Schmerzen noch ein ausgiebiges oben beschriebenes Frühstück eingenommen, um dann völlig geflasht den Heimweg in die Domstadt anzutreten. Und das schöne ist: Ich bin nicht der Einzige, dem es so geht. Das Feedback fiel wieder einmal in der Breite nicht nur positiv aus, alle waren wirklich begeistert. Daher gilt es wieder einmal DANKE zu sagen, aber wie. Mannomann, mit welcher Motivation und Begeisterung dieses Event organisiert wird (Die Planungen für das nächste Jahr laufen bereits), ist bewunderns- und beneidenswert. Und wir alle können uns dank dieser Herren schon wieder auf das nächste Jahr freuen, genauer: Am 18./19. Oktober 2013 heißt es dann: „40 & still YOUNG“! Rechtzeitig einige Wochen vor dem 40jährigen Bandjubiläum werden sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder mehr als 500 AC/DC-Fans in Geiselwind treffen, um die Götter des Rock’n’Roll zu feiern! Die Bewerbungsphase für die Bands des nächsten Jahres läuft bereits, eine Band steht allerdings schon fest: Ich freue mich sehr darauf, FA/KE dann in 2013 in Geiselwind spielen zu sehen. Und wer weiß, vielleicht kommen wir vorher tatsächlich noch in den Genuss des Originals, die Gerüchteküche brodelt immer mehr. Allerdings für meinen Geschmack noch nicht lang genug. Außerdem glaube ich nicht an ein 40jähriges Bandjubiläum. Wenn ja, dann dürfen wir uns bei SONY bedanken…

See you next year in Geiselwind!
Michael v. W.

 

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